Der 22. Oktober 1940 ist einer der schwärzesten Tage in der Geschichte Badens, der Pfalz und des Saarlandes: In den frühen Morgenstunden wurden beinahe alle Jüdinnen und Juden verhaftet. So auch in Bruchsal. Sie wurden durch die Stadt zum Bahnhof getrieben und von dort in das Internierungslager Gurs deportiert. Das Ereignis wurde in einem noch heute erhaltenen NS-Propagandafilm mit dem Titel „Bruchsal judenfrei! Die letzten Juden verlassen Bruchsal“ festgehalten. Darin ist unter vielen Menschen ein Mädchen mit einer Hutschachtel zu sehen. Wer ist dieses Mädchen?
Basierend auf Interviews, Tagebüchern, Gerichtsakten und erhaltenen Briefen wirft „Mädchen mit Hutschachtel“ ebenso faktische wie poetisch verdichtete Schlaglichter auf das Schicksal von Edith Leuchter, einer der letzten lebenden Zeitzeuginnen des Holocaust.

Foto: Edith mit ihrem Bruder Heinz © Leuchter/Loeb